Am Montag, den 25. Jänner, und am Donnerstag, den 28. Jänner 2016, trafen einander jeweils Vertreterinnen und Vertreter aller Wiener KidZ-Schulen, um über die Arbeit des ersten Halbjahres Rückschau zu halten und gemeinsam zu reflektieren. Die Treffen wurden von Michael Steiner und Evelyn Dechant-Tucheslau als VertreterInnen des KidZ-Teams der PH Wien sowie von Helly Swaton in Ihrer Funktion als Bundeslandkoordinatorin für Wien moderiert.
Einen Hauptprogrammpunkt der Reflexionsnachmittage bildete das Projekt KidZ for Kids, die gegenseitigen Schulbesuche der Wiener KidZ-Schulen im Wintersemester, bei denen immer jeweils zwei bzw. drei Schulen zusammen arbeiteten und Schülerinnen und Schüler gemeinsam mit Ihren Lehrerinnen und Lehrern die Partnerschule besuchten und verschiedenen Arbeitsaufträge bereits im Vorfeld, dann direkt beim Schulbesuch sowie im Nachhinein bearbeiteten und gemeinsam reflektierten.
Die gegenseitigen Schulbesuche kamen bei allen Beteiligten sehr gut an! Die entstanden Produkte sind überaus vielfältig und sehr interessant: Es entstanden bei den KidZ for Kids-Schulbesuchen z. B. tolle Filme, Fotostories, Präsentationen, usw. Diese werden nun im Laufe des Sommersemesters in die KidZ-Schaufenster der jeweiligen Schulen eingearbeitet und damit der Schule selbst und auch der Öffentlichkeit zugänglich gemacht.
Am Dienstag, den 19.01.2016, fand an der PH Wien ein eLearning-Tag mit dem Fokus „Digitale Kompetenzen“ statt. Dieser Tag war als Erweiterungsmodul zum „Lehrgang Schulmanagement für AHS-, BMHS- & BS-Direktoren und Direktorinnen“ am „Institut für weiterführende Qualifikationen und Bildungskooperationen (IWQ)“ vorgesehen.
Die Konzeption und die inhaltliche Gestaltung für die äußerst wichtige Thematik im Rahmen der Schulmanagement-Ausbildung wurden von Monika Damm-Biedermann (ZLI der PH Wien) übernommen.
Dr. Thomas Strasser in Aktion (Credits für das Bild: Barbara Buchegger)
Das vielfältige Angebot eröffnete Hochschulprofessor Mag. Dr. Thomas Strasser (Institutsleiter des IWQ) mit der dynamisch-spritzigen, lehrreichen und auch provokanten Keynote „Das Internet ist nicht die Antwort, aber was war nochmals die Frage? Das große Internet-Bullshit-Bingo“.
„eLearning im Schulalltag“ (Erika Hummer) mit Implementierungstipps und Infos zu eLearning-Netzwerken bildete nach der Mittagspause den Auftakt zu einer angeregten Diskussion im Plenum. Nach weiteren interessanten Themen-Schwerpunkten in Form von Workshops wie „Virtuelles Konferenzzimmer“ (Hubert Kopeszki), „Digitale Medien zur Erweiterung der Methodenvielfalt“ (Alicia Bankhofer, Erika Hummer) und „PM-SAP“, dem Personalverwaltungsinstrument, (Bernhard Schuh) fand der Nachmittag seinen Ausklang in einer äußerst positiven Feedbackrunde im Plenum.
Den hochkarätigen Referenten und Referentinnen ist es zu verdanken, dass der Tag ein voller Erfolg war. Ein alles in allem gelungener, straffer und vielfältiger eLearning-Tag für die Jung-Direktoren und Jung-Direktorinnen!
Zweifellos konnten die umfangreichen Themengebiete bei dieser Veranstaltung lediglich Anreize zur Umsetzung für die mehr als 40 teilnehmenden Direktoren und Direktorinnen als Initiatoren und Initiatorinnen zur Integration und Implementierung von eLearning an ihrem Schulstandort schaffen. Souveränität und Courage sei mit dieser Veranstaltung in den Teilnehmenden erweckt, um frohen Mutes an die anspruchsvolle Aufgabe, eLearning an ihrem Schulstandort zu implementieren, heranzugehen.
In Freiburg im Breisgau fanden sich am 7. und 8. Januar 2016 Kooperationspartner aus Luxemburg, Italien, Deutschland und Österreich zum Start des dreijährigen Erasmus-plus-Projekts ein, das die reflexive Praxis von Lehramtsstudierenden in verschiedenen Phasen ihrer Ausbildung durch den Einsatz von E-Portfolios, Social Video Learning und Learning Analytics unterstützen soll. [Weiterlesen]
Im Zuge des Projektes wird eine internationale Campus-Lernplattform entwickelt und etabliert, bei der die Open-Source-Lösung Mahara mit dem edubreak-Campus der Ghostthinker GmbH verbunden und um Learning-Analytics-Features erweitert wird. Die Plattform soll die Studierenden dabei unterstützen, ihre ersten Erfahrungen aus der Schulpraxis zu dokumentieren und zu reflektieren, um so ihre professionellen Lehrkompetenzen kontinuierlich weiterzuentwickeln. Der wesentliche Neuigkeitswert des Projektes ist dabei ein neues Modell, das in einer E-Portfolio-Lösung Ansätze aus der Schreibdidaktik mit Konzepten der kooperativen Videoanalyse verbindet und zusätzlich aus der Analyse der „Lernspuren“ Erkenntnisse über die professionelle Entwicklung für die Lernenden selbst, die Lehrenden und in weiterer Folge schließlich auch für die Bildungspolitik ableiten lässt.
Gerd Bräuer von der Pädagogischen Hochschule Freiburg begrüßte als Gastgeber und Koordinator des Projekts zusammen mit seiner Kollegin Martina Lins vom Schreibzentrum die Gäste der teilnehmenden Partnerinstitutionen:
Aus Deutschland vertrat einer der beiden Geschäftsführer, Frank Vohle, die Ghostthinker GmbH. Das Unternehmen hat ausgehend von der TrainerInnenausbildung in verschiedenen Sportarten einen Blended-Learning-Ansatz entwickelt, beim die Analyse und Annotation von Videos im Mittelpunkt steht. Die Konzepte haben sich inzwischen in verschiedenen Bereichen über den Sport hinaus (FahrlehrerInnenausbildung, Führungskräftetraining, LehrerInnenausbildung, …) sehr bewährt und sollen im Projekt eingesetzt und weiterentwickelt werden. Dafür stellt die Ghostthinker GmbH neben ihrem Know-how die von ihr entwickelte Plattform edubreak-Campus zur Verfügung. Hier geht’s zum Blogbeitrag zum Auftaktmeeting von Frank Vohle.
Vom Bildungsministerium aus Luxembourg sind der Leiter des Instituts für die Fort- und Weiterbildung von LehrerInnen, Camille Peping, und seine Kollegin Ruth Hau mit im Projekt. Die beiden präsentierten ein sehr elaboriertes Konzept zur Unterstützung der professionellen Entwicklung der ReferendarInnen der Sekundarstufe, die in Luxembourg nach dem Fachstudium ein dreijähriges Referendariat absolvieren, bevor sie in den Schuldienst eintreten. Das Modell baut u. a. auf dem 4-Ebenen-Modell des reflexiven Schreibens nach Gerd Bräuer auf und wird derzeit mit einer papierbasierten Portfoliomappe umgesetzt, die im Zuge des Projekts als E-Portfolio-Lösung realisiert werden soll.
Aus Wien waren Klaus Hammermüller und Gerhilde Meissl-Egghart vom Verein Offenes Lernen (VOL) dabei, die als Informatiker vor allem den Bereich Learning Analytics abdecken werden. Sie präsentierten ihren Ansatz der Datenerhebung und -analyse, den sie beispielsweise in Form der LIP-App (Lernen ist persönlich) bereits erfolgreich im Bildungsbereich erprobt haben. Die Grundidee ihres Ansatzes basiert auf einem einfachen, aber „intelligenten“ Datenmodell, mit dessen Hilfe Lernende und Lehrende unterstützt werden sollen.
und schließlich ebenfalls aus Wien Reinhard Bauer und Klaus Himpsl-Gutermann vom ZLI der PH Wien, die einerseits zusammen mit Ghostthinker und VOL für die gemeinsame Campusplattform verantwortlich sind und andererseits mit Lerngruppen aus dem Pädagogisch-Praktischen-Studien im Projekt arbeiten werden. Sie präsentierten den aktuellen Stand der PädagogInnenbildung_NEU in Österreich und gaben einen Überblick über die E-Portfolio-Aktivitäten, die bisher an der PH Wien zur Unterstützung der reflexiven Praxis eingesetzt wurden, zuletzt im laufenden Entwicklungsprojekt EPoS. Für die PH Wien wird insbesondere der Videoeinsatz im Unterricht ein neues Element sein, zu dem es bisher noch wenig Erfahrungen gibt. Der Bereich der Pädagogisch-Praktisch-Studien gehört zu den Forschungsschwerpunkten der PH Wien, für den das Projekt PREPARE einen wichtigen Beitrag liefern soll.
von links nach rechts: Reinhard Bauer, Gerd Bräuer, Gerhilde Meissl-Egghart, Frank Vohle, Ruth Hau, Klaus Hammermüller, Klaus Himpsl-Gutermann, Martina Lins, Camille Peping
Neben dem Kennenlernen, Vorstellen des Ist-Standes der einzelnen Partner hinsichtlich des Projektthemas und Absprachen zur Zusammenarbeit im Projekt war ein sehr wichtiger Teil des Meetings eine von Marion Degenhardt (PH Freiburg) moderierte Session, in der versucht wurde, ein erstes gemeinsames Verständnis für die zentralen Begriffe des Projektes zu entwickeln. So wurde beispielsweise diskutiert, welche Portfolioarten zum Einsatz kommen sollten, oder was jeweils unter professioneller Reflexionskompetenz verstanden wird. Gerd Bräuer gab einen Überblick über sein 4-Ebenen-Modell der Reflexion, erklärte privaten, halböffentlichen und öffentlichen E-Portfolio-Diskurs und die Unterschiede zwischen Primär- und Sekundarreflexion.
Das Projekt PREPARE wurde erfolgreich im Erasmus-Plus-Call KA3 eingereicht, der sich als Zielsetzung dezidiert an die Bildungspolitik wendet. Deshalb ist es ein wesentliches Element im Projekt, so genannte „Policy Makers“ aus den beteiligten Ländern nicht nur über das Projekt zu informieren, sondern sie frühzeitig in das Projekt einzubinden. Dadurch soll von Anfang an gewährleistet sein, ein innovatives Gesamtkonzept als Prototyp zu entwickeln, das hohe Chancen hat, nach Projektende nachhaltig in der LehrerInnenausbildung verankert zu werden.
Am 18. Dezember 2015 wurde im Rahmen eines APA Science Dossiers „Die bewegte Wissenschaft“ auch ein Beitrag zum Thema „Film in der Schule“ veröffentlicht, zu dem u. a. Klaus Himpsl-Gutermann vom ZLI als Experte für den mediendidaktischen Einsatz von Filmen interviewt wurde.
Die PH Wien war bei der 10. eDidaktik Fachtagung mit vielen Beiträgen vertreten.
2 Vorlesungen wurden aufgezeichnet und stehen Ihnen zur Verfügung.
Unterrichtsentwicklung trifft Schulentwicklung und Didaktik
Mag. Michael Steiner und Mag. Evelyn Dechant-Tucheslau von der PH Wien begleiten Schulen im Bereich der Schul- und Unterrichtsentwicklung im Rahmen des KidZ-Projekts. KidZ steht für Klassenzimmer der Zukunft. Sie unterstützen Schulen, die sich auf den Weg machen, ihre Vision von Unterricht mit digitalen Geräten zu verwirklichen. Aus diesen Erfahrung zur Unterrichts- und Schulentwicklung haben sie im Vortrag berichten.
Storytelling – also Geschichten erzählen – ist eine lebendige Erzählmethode, mit der Wissen in Form einer Metapher weitergegeben und durch Zuhören aufgenommen wird. Die Einbindung der Zuhörer/innen ist ein wesentliches Element im Storytelling und erleichtert das Verstehen und Mitdenken. Mag. Michael Steiner und Mag. Evelyn Dechant-Tucheslau von der PH Wien zeigen, welche Möglichkeiten es hier mit digitalen Medien gibt.
Am 1. Dezember 2015 besuchten Mari Koivunen und Leena Hietanen, zwei Lehrerinnen der Finnischen Schule Siltamäen Ala-Asteen Koulu aus Helsinki, die Pädagogische Hochschule Wien.
Wer die ZLI-Nachrichten regelmäßig verfolgt, wird es ohnehin schon gemerkt haben: der Begriff „Design Pattern“ (Entwurfsmuster) ist schon des öfteren gefallen, beispielsweise in zwei Workshops zu „Pattern Mining“ und „Pattern Writing“. Didaktische Entwurfsmuster sind einer der Forschungsschwerpunkte unseres Kollegen am ZLI, Dr. Reinhard Bauer, dessen im Vorjahr erfolgreich abgeschlossene Dissertation nun als Buch beim Waxmann-Verlag in der Reihe „Internationale Hochschulschriften“ erschienen ist.
Aus dem Klappentext:
Unterricht und seine Gestaltung stehen in einem Spannungsverhältnis zwischen Theorie und Praxis. Wie kann diese Kluft zwischen Wissen und Handeln überbrückt werden? Als eine Möglichkeit werden in jüngster Zeit didaktische Entwurfsmuster diskutiert. Auf systematische Weise dokumentieren sie bewährte Lösungen für wiederkehrende Probleme bei der Gestaltung didaktischer Szenarien und machen so das implizite Wissen erfahrener Lehrender für Novizinnen und Novizen nutzbar.
Von wem, wie und warum wurde der Muster-Ansatz aus der Architektur auf die Didaktik übertragen? Welche Problematik verbirgt sich in diesem gedanklichen Brückenschlag? Wie sehen didaktische Entwurfsmuster aus und worin bestehen ihre Stärken und Schwächen? Was sind die notwendigen Voraussetzungen dafür, dass didaktische Entwurfsmuster nutzbringend für die Unterrichtsgestaltung eingesetzt werden können? Diesen Fragen nähert sich Reinhard Bauer aus einer diskursanalytischen Perspektive mit dem Ziel, den von Christopher Alexander für die Architektur entwickelten Muster-Ansatz für die Didaktik zu öffnen und nutzbar zu machen.“
Wer sich zu diesem Thema einen guten Überblick verschaffen will, ist mit dem Buch von Reinhard Bauer bestens beraten, denn er kann mit Recht als einer DER Experten nicht nur im deutschsprachigen Raum für Didaktische Entwurfsmuster bezeichnet werden. So war er beispielsweise einer der Organisatoren der diesjährigen PURPLSOC-Konferenz, bei der sich die weltweite Pattern-Community trifft und austauscht.
Wir freuen uns auf weitere Aktivitäten rund um die Entwurfsmuster nicht nur im KidZ-Projekt und gratulieren Reinhard Bauer zu dieser tollen Publikation!
Reinhard Bauer: Didaktische Entwurfsmuster. Der Muster-Ansatz von Christopher Alexander und Implikationen für die Unterrichtsgestaltung. Internationale Hochschulschriften, Band 628, 2015, 320 Seiten, br., 34,90 €, ISBN 978-3-8309-3369-4, E-Book: 30,99 €, ISBN 978-3-8309-8369-9
Am 4. und 5. Dezember 2015 ist Dr. Christine Böckelmann, Rektorin der Pädagogischen Hochschule Karlsruhe, zu Gast an der PH Wien und wird im Rahmen der Reihe „Hochschuldidaktik“ zum Thema Hochschulmanagement referieren. (mehr …)